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Die bislang größten Erfolge...

Liebe Fans, diese Rubrik wird aufbereitet.
Bitte habt Geduld, bis alles Material im Netz ist!

Es grüßt Euch, Euer Sebastian.

Sebastian Rieschick im Interview mit Barbara Ritter, TVBB-Verbandstrainerin!

Berlin. Am 20. September 2003 stellte sich Sebastian Rieschick den Fragen der Verbandstrainerin des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg e.V., Barbara Ritter, ebenfalls Chefcoach des TC Lichtenrade Weiß-Gelb. Das Gespräch kam anlässlich der Jugendclubturnier-Abschlussfeier des TC Lichtenrade zustande.

Barbara Ritter: Na Basti, du sitzt hier mit der gelben Schleife im Arm, ich denke, die Jugendwarte haben dich heute Abend mit dem Präsent des Clubs kalt erwischt. Sebastian Rieschick: Ich kann es immer noch gar nicht glauben. Damit habe ich nicht gerechnet. Du hast ja schließlich auch immer von einem Sweatshirt gesprochen (Sebastian erhielt für seine guten Erfolge in den letzten 6 Jahren immer ein Sweatshirt in aktuellen Farben mit Lichtenrade Logo) und jetzt ist es ein Auto. Die Schleife hänge ich zu Hause in den Trophäenkeller.

Barbara Ritter: Oh, das ist eine Ehre für uns. Du hast im letzten Herbst einen schwierigen Schritt gewagt und bist nach Hannover ins Bundesleistungszentrum gezogen, um Tennisprofi zu werden. Wenn Du jetzt zurück blickst, wie war das? Sebastian Rieschick: Der Anfang war sehr schwierig. Ich lebte von Montag bis Freitag in Hannover und habe den ganzen Tag bei Herrn Pfannkoch – Bundestrainer Tennis- und Herrn Kraft - Bundestrainer Kondition- trainiert. Mit beiden Trainern komme ich sehr gut aus und mit meinen Kumpels – andere Spieler, die auch dort trainieren – auch. Aber ich war noch nie so lange von zu Hause fort und ich hatte in den ersten Monate ziemlich starkes Heimweh nach meinen Eltern, nach meinen Freunden. Mir fehlte einfach die Berliner Atmosphäre und auch die Wärme und Herzlichkeit, die ich hier im Club erfahre! Dazu kam noch, dass ich mich auch ziemlich oft vor Muskelkater nicht mehr rühren konnte, denn solche Trainingsumfänge war ich einfach nicht gewöhnt. Zum Glück konnte ich am Wochenende nach Hause fahren, da habe ich wieder aufgetankt.

Barbara Ritter: Hast Du denn mit der Schule aufgehört? Sebastian Rieschick: Nein, die Sportschule in Hohenschönhausen machte es möglich, dass ich die Schularbeiten über den Laptop bearbeiten konnte und wenn ich in Berlin war, habe ich die notwendigen Arbeiten nachgeschrieben. Jetzt bin ich in die 12 Klasse versetzt worden. Diese Klasse werde ich jetzt statt in einem Jahr in zwei Jahren absolvieren. Das wird mit den Sportlern, die so viel wie ich unterwegs sind so gehandhabt, und danach möchte ich Abitur machen!

Barbara Ritter: Hast Du Freunde auf der Tour? Sebastian Rieschick: Zum Glück verstehe ich mich mit den anderen Spielern im DTB Landesleistungszentrum sehr gut, aber richtige Freunde habe ich nur in Berlin.

Barbara Ritter: Wer bezahlt eigentlich die ganzen Reisen und das Training beim DTB? Sebastian Rieschick: Das Wohnen und Essen in Hannover kostet meine Eltern cirka 500 Euro im Monat, das Training und die Reisen bezahlt der DTB. Wenn ich allerdings verliere, muss ich abreisen oder das Essen und Hotel selbst bezahlen, deshalb gewinne ich die Turniere lieber.

Barbara Ritter: Die Sommersaison kann man ruhig als sensationell bezeichnen. Durch deine Siege in ITF 1 Turnier in Frankfurt und Essen bist Du ja sehr hoch auf der Weltrangliste gestiegen. Wo stehst du gerade? Sebastian Rieschick: Nach dem Sieg in Frankfurt war ich die Nr. 17 der Welt und nach dem Sieg in Essen werde ich als Nr. 9 beim Jahrgang 1985 und als Nr. 1 beim Jahrgang 1986 geführt !

Barbara Ritter: Du hast dir vor vier Wochen den kleinen Finger gebrochen. Wie hast du dich da gefühlt? Sebastian Rieschick: Leider passierte dieses Missgeschick mir beim Basketball. Nicht nur der Finger war gebrochen, auch die Kapsel war kaputt. So schnell kann es gehen, dass man plötzlich nicht mehr spielen kann. Ich verstehe heute viel mehr, wie Profis sich bei Verletzungen fühlen. Man will, darf aber nicht. Der Zeitpunkt dazu war auch ziemlich ungünstig. Durch meinen Sieg in Essen hatte ich eine Wild Card bei einem Herren ATP Turnier für die Hauptrunde gewonnen. Das hätte meine ersten Weltranglistenpunkte für die Herrenrangliste bedeutet, aber leider konnte ich nicht mitspielen. So versuchten wir alles, um mich für das Junioren Grand-Slam-Turnier, die US Open in New York, fit zu kriegen.

Barbara Ritter: Die du dann ja auch mitgespielt hast. Du warst ja in diesem Sommer auf drei Grand-Slam Turnieren: Roland Garros in Paris, Wimbledon in London und US Open in New York. Welches Turnier hat dir persönlich denn am besten gefallen? Sebastian Rieschick: Mir haben die US Open in New York am besten gefallen. Nachdem ich im Achtelfinale gegen den späteren Sieger verloren hatte, bin ich dageblieben und habe die Halbfinalspiele der Männer, das Finale sowie die Verabschiedung von Pete Sampras live erlebt. Das war unglaublich gutes Tennis, und mir lief zeitweise ein Schauer über den Rücken. Die Verabschiedung von Sampras war auch sehr emotional. Sampras weinte und um mich herum noch einige Leute. Danach sitzt man dann auf dieser Tribüne und hat eigentlich nur noch einen Wunsch: da unten möchte ich eines Tages auch mal stehen!

Barbara Ritter: Vielen Dank, Sebastian !

Sebastian Rieschick im Profil...

Name: Rieschick
Vorname: Sebastian
Geburtsdatum: 15.02.1986
Geburtsort: Berlin
Tennis seit: Seit seinem 6. Lebensjahr
Erster Trainer: Henk de Bruyn
Jetziger Trainer: Thilo Voll
Management: Global Sports Management
Erster Verein: TC Weiss-Gelb Lichtenrade
Jetziger Verein: TC Bamberg
Größe: 1,93 m
Gewicht: 91 kg
Spitzname: Richi
Idol: Roger Federer, wegen seiner Ruhe und Überlegenheit
Bisher größter Erfolg: Nummer 1 der Juniorenweltrangliste

Lieblings-Essen: Sushi
Lieblings-Film: Helden aus der zweiten Reihe
Lieblings-Band: Coldplay, aber auch alle anderen Musikrichtungen
Lieblings-Song: Talk
Lieblings-Schauspieler: Keanu Reeves, Russell Crowe, Mel Gibson; Lieblings-Schauspielerin: Halle Berry
Lieblings-Fußballclub: Hertha BSC Berlin

Lebensmotto: "Genieße den Tag..."
Hobbies: Freunde treffen, alle Ballsportarten, Schwimmen
Schule/Ausbildung: Fachabitur

Drei Dinge für die einsame Insel: "Da würde ich zunächst einen lieben Menschen mitnehmen und dann auf jeden Fall mein Handy und meinen MP3-Player..."

Autogrammadresse:
Sebastian Rieschick
Illigstrasse 55
12307 Berlin (Germany)

Frankierten und an sich selbst
adressierten Rückumschlag nicht vergessen!


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